a-ha auf großer Stadion-Tour durch Norwegen









Fotos: a-ha-net

26. August 2006 Ålesund, Norwegen

Am 26. August 2006 spielten a-ha das erste Mal im Color Line Stadion in Ålesund, und die Premiere ist gut gelungen - sowohl für a-ha selbst, als auch für die Stadt in den Westfjorden Norwegens.

Der Auftritt von a-ha hat schon im Voraus für etwas Wirbel in der kleinen Stadt gesorgt - sollte es doch das größte Konzert werden, das Ålesund bisher gesehen hat. Die örtliche Zeitung Sunnmørsposten berichtete am Tag des Konzertes in ihrer Samstagsausgabe von den Vorbereitungen und von den scharfen Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen wurden. Auf Schirme sollte verzichtet werden, ebenso durften keine Flaschen, Getränke oder Lebensmittel mit in das Stadion genommen werden. Die Besucher wurden zudem gebeten, nicht mit dem Auto zum Stadion zu fahren, da die dortigen Parkplätze gesperrt sein würden. Dafür führen Extrabusse aus den umliegenden Gemeinden und Städten zum Ort des Geschehens.

Für die Besucher aus Ålesund selbst stellte der Weg jedoch kein Problem dar. Obwohl das Stadion außerhalb der Stadt liegt, benötigt man höchstens 30 Minuten, um zu Fuß dorthin zu gelangen. Auch die Sache mit den Regenschirmen war kein Problem - zwar hatte es bei den am Tag zuvor stattfindenden Konzerten von norwegischen Künstlern in und um Ålesund anlässlich einer jährlich stattfindenden Festivität genau zu Beginn heftig angefangen zu regnen, doch für a-ha schien Petrus gnädig gestimmt zu sein. Bis auf zwei kurze Schauer am Nachmittag blieb es trocken und die Sonne schien auf die Konzertbesucher, die sich auf den Weg zum Stadion machten.

Statt des angekündigten Einlasses fand um 17 Uhr noch der Soundcheck statt und die Menschen in der schon beachtlich langen Schlange kamen in den Genuss, einige erste Töne der Band zu vernehmen. Im Gegensatz zu Deutschland war die Reihenfolge beim Einlass gut geregelt. Die Besucher bekamen Nummern und wurden am Nachmittag nach eben jenen in die Schlange einsortiert.

Schließlich, gegen 18 Uhr, war Einlass. Die ersten Reihen waren schnell besetzt, der Rest des Stadions füllte sich eher schleppend. Kurz nach sieben kam Minor Majority als erster Support auf die Bühne und sorgte in den ersten Reihen bereits für gute Stimmung. Eine Stunde später kam Ane Brun auf die Bühne. Sie spielte neben ihren bisher bestehenden auch einen neuen Song.

Inzwischen hatte sich das Stadion schon recht gut gefüllt und das Warten auf a-ha begann. Um zwanzig nach neun war es dann soweit: die ersten Töne erklangen, die Backingband betrat die Bühne! Sie starteten, wie auch in Trondheim am Abend zuvor, mit „I've been losing you“, unterstützt vom jubelnden Publikum. Sie ließen zu Beginn drei ihrer Hits hören, denn dem ersten Song folgten "Stay on these roads" und "Celice". Die von Magne versprochene, neue Setlist, brachte auch Songs hervor, die man zuvor eher selten live gehört hätte. Wie beispielsweise das etwas düster-rockige „How sweet it was“ von ihrem wohl problematischsten 5. Album.

Kurz darauf folgte „East of the sun“, das seit vielen Jahren mal wieder live gespielt wurde, gefolgt von “Minor earth major sky“ und “You'll never get over me“, beide von ihrem Comeback-Album. Danach setzte sich Paul ans Klavier und es folgte der Song “Keeper of the flame“ das, ebenso wie das darauffolgende „Cosy Prisons“, vom neuesten Album „Analogue“ stammt.

Doch so sehr die wirklichen Fans begeistert gewesen sein werden, von der schon so lange gewünschten alternativen Setlist, stellte man fest, dass diese Songs die Menge nicht mitrissen. Es blieb relativ ruhig im Publikum. Erst am Ende von „Cosy Prisons“ jubelte das Publikum laut, nachdem es bis zum letzten Ton aufmerksam gelauscht hatte. Mit „Lamb to the slaughter“ folgt ein weiteres eher unbekanntes Lied vom 5. Album „Memorial Beach“, das a-ha scheinbar endlich würdigen wollen. Bereits bei ihrer letzten Tour hatten sie „Locust“, „Move to memphis“ und auch „Dark is the night“ mit in die Setlist aufgenommen.

Danach folgten die ersten Töne von „Hunting high and low“, ein Jubel ging durch das Stadion. Das Publikum fing an, sich zu den Takten hin und her zu wiegen, und viele sangen von der ersten Strophe an mit. Die ersten Feuerzeuge wurden gezückt, denn inzwischen war es auch hier im hohen Norden dunkel geworden. Beim folgenden Sing-along war die Menge begeistert.

Es bliebt kaum Zeit zu verharren, schon startete der schnelle Takt von „Take on me“ und nun war das Publikum nicht mehr zu halten. Fast einstimmig sangen alle mit. Die Leinwände neben der Bühne zeigten leicht veränderte Bilder und Szenen aus dem bekannten Video und gingen über in Live-Bilder, die dank moderner Technik direkt in den Zeichentrickstil des Videos umgewandelt wurden.

Danach kam Ane Brun, wie auch in Trondheim, auf die Bühne und sang mit Morten im Duett „Crying in the rain“. Bei „Summer moved on“ schien es so, als wollte Morten seinen eigenen Rekord beim langen „aaaaaask“ brechen und den Ton länger und lauter halten als jemals zuvor, was das Publikum begeistert feierte.

Der James Bond-Song „The living daylights“ wurde auf den Leinwänden mit einem Fadenkreuz untermalt, der schließlich Ålesund auf der Landkarte fand und die Kamera schwenkte ins Publikum und pickte einzelne Besucher heraus. Beim Sing-along sang die Masse lauter als beim kurz zuvor gespielten „Hunting high and low“ und die Menge verschwamm zu einem einzigen wild hüpfenden Meer.

Die Band verließ die Bühne nach diesem Song, um sie schon kurz darauf, begleitet vom Jubel, wieder zu betreten. Der Analogue-Takt wurde geklatscht und schon hörte man die ersten Töne. Die Stimmung war nun auf dem Höhepunkt. Danach beendeten a-ha das Konzert, wie bei der Analogue-Tour, mit „The sun always shines on tv“ und „Dark is the night“.

Es war ein gelungener Auftritt, sowohl für a-ha, als auch für die Stadt Ålesund. Die Gäste verließen gutgelaunt und friedlich das Stadion und ein Großteil lief wie in einer Massenbewegung Richtung Zentrum, wo bis in die Nacht hinein weitergefeiert wurde.