Erik Ljunggren



Foto: Erik Ljunggren

a-ha-net Interview vom 24. Juni 2009 mit Erik Ljunggren

Erik Ljunggren, geboren 1971, ist norwegischer Musiker, Produzent und Programmierer. Seit den 90ern spielte er immer wieder in verschiedenen Bands, unter anderem Seigmen, Satyricon und Zeromancer. Für a-ha arbeitete er auf dem aktuellen Album „Foot of the mountain“ als Programmiere und Techniker und ist bei den Tracks „Riding the crest“, „What there is“, „Real meaning“ und „Sunny Mystery“ gemeinsam mit Steve Osborne und a-ha als Produzent benannt. Sein Background und die Erfahrung als Rock- und Metalmusiker hat den Songs dabei hörbar gut getan. Darüber hinaus befindet sich auf der exklusiven, digitalen UK-Version der Single „Foot of the mountain“ ein „Erik Ljunggren Remix“ des Titelsongs. Aber nicht nur auf dem Album ist der Norweger vertreten, sondern begleitet seit den Südamerika-Konzerten im März 2009 Morten, Magne und Paul als neuer Backgroundmusiker. Neben Karl Oluf Wennerberg am Schlagzeug, unterstützt er a-ha als Programmierer, an den Keyboards und am Bass.

Wir freuen uns, dass er sich die Zeit genommen hat uns ein paar Fragen bzgl. seiner Arbeit und dem neuen Album zu beantworten.

Als erstes würde es uns interessieren, wie du zur Musik kamst.

Ich begann schon in jungen Jahren Blechinstrumente zu spielen. Dann die klassische Gitarre. Ein Atari Computer und einen Sampler zu kaufen eröffnete mir eine neue Welt und seitdem betrachte ich den Computer als mein Hauptinstrument.

Wer oder was hat deine Musik beeinflusst?

Das erste Album, das ich als Kind konsumierte, war „Switched on Bach“ von Wendy Carlos. Als Teenager ging ich durch verschiedene Stadien. Erst die Beatles, Bowie. Dann Duran Duran.... Depeche Mode, New Order usw. Ich denke, das sind meine musikalischen Wurzeln. Heute höre ich sehr viel unterschiedliche Musik. Alles von Klassik bis hin zu extrem Metal.

Du bist nicht nur Programmierer und Produzent, sondern auch Musiker. Du spielst Keyboard und gingst mit der Band Zeromancer auf Tournee. Was genießt du mehr? Selbst zu spielen und auf der Bühne zu stehen, oder mit anderen Bands und dem Computer zu arbeiten?

Ich denke, dass ich es mehr genieße im Studio zu arbeiten. Aber da gibt es auch einen gewissen Reiz live zu spielen, den ich mag. Ich mag den Prozess den Studiosound so vorzubereiten, dass er live so gut wie möglich klingt. Ich finde es auch spannend, wie die Maschinen bei der Live-Performance einander beeinflussen. Ich denke, ich war fertig mit dem Touren, aber als a-ha mich fragten, konnte ich die Chance nicht verstreichen lassen.

Was beinhaltet die Arbeit eines Programmierers?

Das ist eine gute Frage. Die meiste Zeit arbeitet man mit einer Computersoftware oder man programmiert alte Synthesizer. Man erstellt Sounds oder kreiert Schemata. Es kann alles sein, von der Verantwortlichkeit für den Betrieb des Computerprogrammes, bis hin zur Ausarbeitung musikalischer Ideen, das manchmal darin endet eine ganze Komposition zu werden.
Was ich tue hängt von dem Projekt ab und was der Produzent möchte, dass ich es tue. Und bei der Arbeit mit a-ha änderte sich ständig meine Rolle, abhängig davon, ob wir mit einem Produzenten arbeiteten oder ob ich mit der Band alleine arbeitete.

Der Song „Shine on“ von „Apoptygma Berzerk“, das du abgemischt hast, erreichte in Deutschland die Top 20 der Singlecharts und war bis heute ihr größter Erfolg in Deutschland. Wie wichtig ist dir Chart- und internationaler Erfolg?

Ich denke, du brauchst einen gewissen Erfolg, damit es dir möglich ist das fortzusetzen, was du machst.... bedeutet, dass es viel großartige Musik gibt, die es nicht in die Charts schafft.

Als a-ha mich fragten, durfte ich diese Chance nicht verpassen.

Erik Ljunggren

Wie kamen du und a-ha zusammen?

Ich wurde vor mehr als einem Jahr als Musikingenieur für die Demos angeheuert und von da an hat es sich einfach weiterentwickelt.

Wie ist es mit a-ha zu arbeiten? Hast du viele Freiheiten und kannst deine eigenen Ideen einbringen? Oder hat die Band ihre festen vorstellungen, wie das fertige Produkt aussehen soll?

Sie waren wirklich super unvoreingenommen bezüglich meiner Ideen. Aber sie sind sehr ehrlich und lassen es dich wissen, wenn ihnen das Resultat nicht gefällt.

Du hast auch mti der deutschen Band „Wunder“ und „L'Âme Immortelle“ aus Österreich gearbeitet. Wie waren deine Erfahrungen mit diesen Bands? Gibt es in Bezug auf deine ARbeit unterschiede zwischen den Ländern?

Ich habe nicht wirklich einen Unterschied zwischen den Ländern festgestellt.

Wie sieht dein Musikgeschmack aus? Zeromancers Wurzeln, so haben wir gelesen, liegen eher im Metal-Bereich und repräsentieren Synth-Rock. Versuchst du die Bands, mit denen du zusammenarbeitest, in dieser Richtung zu beeinflussen?

Ich denke, dass es als Produzent oder Programmierer sehr wichtig ist das zu tun, was für die Band am besten ist und zu versuchen den eigenen Musikgeschmack so weit wie möglich beseite zu schieben.

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

Alle

Wie lange hast du an diesem Projekt gearbeitet?

Ich arbeitete mit a-ha immer mal wieder über ein ganzes Jahr.

Was sind deine Ziele? Was willst du noch erreichen? Musikalisch und als Künstler?

Wenn ich es schaffe einen Fuß im Musikbusiness zu halten und den anderen im Sound-designing für Filme, würde mich das sehr glücklich machen.

Gibt es noch etwas, was du den Fans gerne sagen möchtest?

Ich hoffe euch alle bei der a-ha Tour im Herbst zu sehen!