a-ha, die Erfolgsgeschichte



Fotos: Just Loomis JustLoomis.com
Aufnahmen zum ersten Ablum in London

Durchbruch mit dem Hit "Take on me"

erste Welttournee startet in Australien

Titelsong für James Bond

Weltrekord: 198.000 Fans live in Rio

erste Trennung nach 10 Jahren

Auftritt beim Nobel Peace Price Konzert

Fulminantes Comeback mit Nr. 1 Album

Farewell-Tournee

Comeback II & Rock in Rio II

Mitte der 80er wurde die Welt von einer riesigen a-ha-Woge überollt, a-ha selbst wurden von dieser Woge überrumpelt. Die Radiostationen spielten den Song „Take on me“ rauf und runter, und so ziemlich jeder weiblicher Teenager fand „den Morten schrecklich süß“. Poster hingen in sämtlichen Jugendzimmern, jedes Teenie-Handgelenk war von Lederarmbändern geziert, jede Mutter musste sich damit arrangieren, dass die Tochter es fortan vorzogen sich die Jeans zu zerschneiden und mit der Nagelfeile für den letzten Schliff an der perfekten a-ha-Hose sorgte. Sicherlich war „Take on me“ und die weltweite Hysterie notwendig, um die Welt auf a-ha aufmerksam zu machen, allerdings muss erwähnt werden, dass a-has wirkliches Potential in dieser Zeit unterschätzt wurde. a-ha gerieten schnell in die Mühlen der Medien und wurden aufgrund ihres Karriere-Starts oft auf die Stufe Boyband/One-Hit-Wonder reduziert.

Auch die zweite Single; „The sun always shines on tv“, mit seinem kritischen, tiefgründigen Text und dem voluminösen Orchester änderte trotz seines musikalischen Anspruchs hieran nichts. a-has weiterer Werdegang war, nach der anfänglichen Euphorie, stark davon geprägt dieses Image wieder loszuwerden. Leider gelang es ihnen nicht wirklich.

Nach dem Album „Memorial Beach“ im Jahre 1993 wurde es still um a-ha, die mit Recht als eine der erfolgreichsten Bands der 80er Jahre bezeichnet werden kann. Morten, Magne und Paul waren ausgelaugt. In all den Jahren hatten sie nie die Zeit gehabt zur Ruhe zu kommen und den rasanten Erfolg auch nur ansatzweise zu verarbeiten. Unzufriedenheit machte sich breit und jeder versuchte sich mit eigenen Projekten zu verwirklichen, so dass nach der 1994 erschienenen Single „Shapes that got togehter“, die offizielle Hymne der Paralympics, die Trennung folgte.

Magne widmete sich der bildenden Kunst und Filmmusik, Paul gründete mit seiner Frau Lauren die Band „Savoy“ und Morten schrieb erstmals eigenständig Songs und veröffentlichte drei Soloalben. An eine Wiedervereinigung dachte zu dieser Zeit niemand. Sie hatten Erfolg mit dem, was sie taten, und fühlten sich wohl.

Erst 1998 schafften die Veranstalter des Nobel Peace Price Concerts das, was viele nicht für möglich gehalten hatten: a-ha standen wieder gemeinsam auf der Bühne und das mit dem extra für den Abend komponierten Song „Summer moved on“. Dieser Auftritt muss etwas in den Jungs bewirkt haben, denn schon kurze Zeit später reiste Magne nach New York um Paul zu besuchen. Der Gedanke an ein Comeback verfestigte sich immer mehr in den Köpfen, auch wenn nach Magnes Meinung niemand ein Comeback von 80er Jahre Bands braucht. So kam die Jahrtausendwenden und die Welt befand sich in einer Art Aufbruchsstimmung - man war bereit Altes hinter sich zu lassen und voller Euphorie in die Zukunft zu schauen. Das Jahr 2000 unterschied sich jedoch nicht sonderlich von all den vorangegangenen Jahren, es war geprägt von großen wie kleinen, schönen wie tragischen Ereignissen: Stefan Raab trat zum Entsetzen von Ralph Sigel für Deutschland beim Grand Prix an, Michale Schumacher wurde - wenig überraschend! - zum dritten mal Formel 1-Weltmeister und a-ha tauchten nach sechs Jahren völlig überraschend wieder aus der Versenkung auf und legten ein grandioses Comeback mit der Single „Summer moved on“ und dem dazugehörigen Album „Minor Earth, Major Sky“ hin. Sie kamen leise, gewohnt melancholisch und setzten selbstbewusst und trendignorant ihre melodiöse Pop-Tradition fort.

a-ha Fans auf der ganzen Welt, inzwischen erwachsen geworden, kramten ihre Schallplatten wieder heraus und standen sofort wieder hinter „ihrer“ Band. Auch neue, jüngere Zuhörer gewannen a-ha durch ihre brillante, ambitionierte Musik und die Presse registrierte dies überraschend wohlwollend. Nach einer umjubelten Welttournee veröffentlichten die Drei 2002 das vielschichtige Album „Lifelines“. Anschließend nahmen sich a-ha eine kleinere Auszeit um sich ihren Soloprojekten und der Familie zu widmen. Als kleines Trostpflaster für die Fans wurde im Frühjahr 2003 das erste Live-Album „How Can I Sleep With Your Voice In My Head“ veröffentlicht. „Damit man a-ha nicht vergisst“, wie Magne erklärte.

2004 standen für a-ha Veränderungen ins Haus. Nach über 20 Jahren trennten sie sich endgültig von ihrer Plattenfirma Warner. Der neue Partner an ihrer Seite war Universal, bei dem ein Vertrag über drei weitere Alben unterzeichnet wurde. Ein Jahr später stand unter neuem Label dann die Veröffentlichung des achten Studio-Albums „Analogue“ an, sowie eine große umfassende Europatournee. Bei einem gigantischen Gratis-Konzert im Osloer Frognerpark feierten 120.000 Fans die Band. Im Gegensatz zum fulminanten Comeback-Album und dem Nachfolger „Lifelines“ konnte „Analogue“ jedoch nicht die Spitzen der Charts erobern. Nach einem Start auf Platz 6 der Charts verschwand es nach nur 11 Wochen aus den Top 100.

Der Zusammenschluss von Universal und der ProSiebenSat.1 Media AG kam deshalb knapp vier Jahre später genau richtig. Einen Tag vor Veröffentlichung des Album „Foot of the mountains“ feierten a-ha mit diesem zeitgleich auf vier Sendern des Unternehmens (Pro7, Sat.1, Kabel 1, N24), sowie auf der MyVideo.de und Youtube.de Plattform, ein Crossmediales Comeback. Der Werbeaufwand verfhelte seine Wirkung nicht. In der ersten Woche schoss das neunte Studioalbum direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts und war das einzige Album, dass sich in den Top 10 gegenüber den wiederaufflammenden CD-Verkäufen des verstorbenen Michael Jackson behaupten konnte. Die gleichnamige Single war zudem mit Platz 3 die erfolgreichste seit „Take on me“. Doch obwohl, oder gerade weil es so erfolgreich für Morten, Magne und Paul lief, gaben sie noch vor der Europatournee 2009 ihre Trennung für das darauffolgende Jahr bekannt. Aber a-ha ist keine Band, die sich einfach still und leise davon macht. 2010 wird mit einer Weltumspannenden Tournee Abschied gefeiert. Es ist ihre Art 25 Jahre Band- und Erfolgsgeschichte zu feiern und den Fans auf Wiedersehen zu sagen. Grund dafür, so beteuerten die Drei immer wieder in Interviews, seien keine internen Streitereien. Vielmehr fühle es sich an wie der richtige Zeitpunkt. Auch wenn Paul äußerte, dass es der eine die Trennung lieber wolle als der andere. Dennoch, nach 25 Jahren schließt sich der Kreis - mit dem Synth-lastigen „Foot of the mountains“ haben a-ha scheinbar ihren Frieden mit der Vergangenheit geschlossen und sind zurück zu ihren Ursprüngen gegangen. Der Erfolg gab ihnen Recht und so verabschiedet sich eine der größten Bands der 80er Jahre auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ein gutes Gefühl, wie Magne betonte. Ihm sei es lieber sich jetzt zu trennen, als die Band später an Streitigkeiten zerbrechen zu sehen.

Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass a-ha zwar gehen, Morten, Magne und Paul aber bleiben. Magne gründete mit seinen Skikumpels Guy Berryman (Coldplay), Jonas Bjerre (Mew) und Martin Terefe die Band „Apparatjik“, die bereits am 30. November 2009 ihre erste gemeinsam Single „Electric Eye“ veröffentlichten und Anfang 2010 zu ihrem ersten Konzert nach Berlin kamen. Paul indes wird auch weiterhin Songs schreiben, zumal viele internationale Künstler an seinen Songwriter-Qualitäten interessiert sind.

2015 meldeten sich a-ha dann wieder zurück. Zu ihrem 30-jährigen Bandjubiläum wollten sie ihren größten Erfolg noch einmal durchleben und traten beim "Rock in Rio" Festival auf. So ganz mit leeren Händen und einer Setlist, nur bestehend aus alten Songs, wollten sie jedoch nicht auf der Bühne erscheinen. So folgte kurze Zeit nach Bekanntgabe des Comebacks das Album "Cast in Steel" und eine Tournee Anfang 2016.